Am besten nicht testen

Schon mal was vom Coimbra-Protokoll gehört?

Das ist eine Behandlung mit hoch dosiertem Vitamin D. Sie hat dem ein oder anderen MS-Patienten geholfen, die Krankheit zum Stillstand zu bringen oder den Gesundheitszustand sogar zu verbessern.

Da es aber wenig ratsam ist, mal eben so wat mehr Vitamin D zu nehmen, sollte man es tunlichst unter ärztlicher Kontrolle durchführen.

 

Beim Coimbra-Protokoll führen dies sogenannte Protokollärzte durch. Es sind zertifizierte Ärzte, die sich von dem Namensgeber Prof. Coimbra haben ausbilden lassen. Sie gehören einem Netzwerk an und werden auch auf der Seite des Coimbra-Protokolls genannt.

 

Ich bin ja wirklich oft ein Glückskind.

So auch hier.

Denn auch wenn ich eine andere Krankheit habe, dachte ich mir, es kann ja nichts schaden, einmal nachzufragen, ob das Coimbra-Protokoll vielleicht auch für mich in Frage kommt.

Glück Nr. 1 war, dass eine der wenigen Ärzte gar nicht weit weg, in Leichlingen, praktiziert.

Und Glück Nr. 2 war, dass ich einen Termin bekommen habe.

Wieviel Glück das war, wurde mir im Nachhinein bewusst.

Ich hatte in der ALS-Gruppe bei Facebook nach meinem Termin kurz davon erzählt und natürlich gab es sofort weitere Interessenten. Aber leider nimmt die Ärztin keine weiteren ALS-Patienten an. Denn ihre Warteliste ist voll.

Dass ich da noch reingerutscht bin, ist fast schon ein Wunder.

(Aber ich glaube an solche Wunder. Ich glaube auch daran, dass man sich alles wünschen kann. Und wenn man ehrlich daran glaubt, dass es eintritt, dann "bestellt" man dies beim Universum. Und bekommt es. Es hat schon so oft geklappt, dass es kein Zufall mehr sein kann.)

 

Vor einiger Zeit waren Thompson und ich also da. Die Ärztin war super nett und hat sich über eine Stunde Zeit für uns genommen.

Es gab auch viel zu besprechen und zu erklären. Es ist so, dass Prof. Coimbra tatsächlich auch einen ALS-Patienten behandelt hat, die Behandlung aber etwas differiert. Eine Menge Wirkstoffe, die es einzunehmen gilt, sind auf einem Medikamentenplan aufgeführt.

Aber vor dem Start müssen noch Blut-und Urinwerte kontrolliert und ein Nierensono und eine Knochendichte-Messung durchgeführt werden. Dafür habe ich diverse Termine gemacht.

Blut-und Urin hat mein Neurologe übernommen, das Nierensono mein Hausarzt und den DXA-Scan musste ich beim Orthopäden machen lassen.

So, denn. Auf, auf, ihr Völker!

 

 

Nierensono ging flott.

Rechte Niere toll. Links, "Hm, ich weiß nicht, da ist ein kleiner Schatten, mh, könnte ein Steinchen sein. Haben sie denn Probleme?" "Nein." "Noch nicht", dachte ich. Grmpf. Wat für'n Kack. Na, un nu?

Nu muss ich zur weiteren Abklärung zum Urologen. Termin folgt.

 

Auf zum DXA-Scan. Das Event fand heute statt. Is ja auch nicht mal eben gemacht, mich aus dem Rolli auf ne Liege zu bugsieren, die gefühlte 40 cm über dem Boden schwebt. Sohni hatte das zweifelhafte Vergnügen, mich begleiten zu dürfen.

Er hat es auch gut gewuppt. Mit zwei Leuten, wovon mich einer unter den Armen und der andere meine Beine nimmt, schwebe ich elfengleich auf jede Unterlage. 😇

So, Elfe war transferiert, Scan startete.

 

 

Von der Wirbelsäule war die scannende Dame angetan. Alles töfte. Die Hüften hat sie zweimal gemacht, irgendwie hat das mit dem Scannen nicht so hingehauen. Aber irgendwann war es geschafft.

Dann noch das Arztgespräch. Und was erzählt der?

"Schwere Osteoporose in den Hüften."

Ey, gehts noch?

Tja, isso. Wohl durch den Bewegungsmangel haben da die Knochen abgebaut. Na klasse.

Kennt Ihr's? Da denkt man sich schon, dass man besser um jeden Arzt einen Bogen machen sollte. Was man nicht weiß und so...

Na, nu weiß ichs. Is nu auch egal. In der Niere zuviel, in der Hüfte zuwenig. Vielleicht kann ich ja noch was umschichten. 🤔

Doc meinte zuerst, da ich ja eh sitze, ist die Gefahr eines Bruchs durch Sturz ja eher gering. Jow. Ich bin ja nu nicht 24 Stunden im Rolli.

 

Mal Bett, Couch, Klo, Rolli-Wechsel... Da kann man schon mal fliegen. Sah er ein.

Und erklärte mich darauf hin für geeignet, ein Osteoporose-Medikament zu nehmen. Da dann plötzlich mit einer Dringlichkeit, die wenige Minuten vorher noch nicht zu spüren war.

Auf meine Frage nach Nebenwirkungen erzählte er mir von Kiefer-Nekrosen. Et wird ja immer besser! Er meinte zwar, dass es bei Dosierungen wie meiner eher unwahrscheinlich ist, und auch eher Leute betrifft, die eine Krebserkrankung haben, aber ganz überzeugt bin ich grade nicht.

Ich habe das jetzt erstmal alles meiner Ärztin geschickt. Mal hören, was sie meint.

 

 

Dat hasse nu davon, wenne zu de Ärzte rennst. 🙄

 

Übrigens: Pullern und Aderlass war flott gemacht. Auf die Ergebnisse warte ich aber noch. Vielleicht ist ja wenigstens da alles in Ordnung. ;-)




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Kommentare: 2
  • #1

    giampi oggi (Sonntag, 05 August 2018 22:56)

    .... halte durch mein schatz, der krapf lohnt sich bestimmt !!!!

  • #2

    Sigrid (Sonntag, 12 August 2018 10:36)

    Bei Osteoporose ist eine hochdosierte Vitamin D Therapie auch eine Option.
    Falls das "klappt", kannst Du vielleicht mehrere Probleme zusammen behandeln.
    Ich wünsch Dir jedenfalls, dass es "klappt"!!!!