Cindy's erster Tag


Cindy's erster Tag war, wie schon erzählt mein Geburtstag.

 

Das lag weniger daran, dass ich sie mir unbedingt zum Geburtstag schenken wollte, als vielmehr an der Tatsache, dass dies ein Sam stag war und wir somit alle zu Hause waren um die Hundedame zu empfangen.

Der Plan war, dass wir einen Kinderlaufstall aufstellen wollten, einen großen, der nur aus Gitter ohne Einlegeboden besteht und mit Stützen, die zusammen gesteckt werden, verbunden wird. Er erschien uns sehr standfest und für unsere Zwecke sehr gut geeignet. Hier hinein stellten wir ihr Futter, Wasser, eine Decke. Wenn wir nicht zu Hause sein sollten oder auch nachts sollte sie hier verbleiben, damit die Katzen, von derer wir zu der Zeit noch 5 Stück hatten, unbehelligt bleiben konnten.

 

Guter Plan. :-)

Bevor wir Cindy nach Hause brachten, sind Thompson (eigentlich heißt er Thomas, aber echt, wer heißt nicht noch alles Thomas? Und mein Thomas ist nun mal ein ganz besonderer ;-)) mit ihr eine Runde spazieren gegangen. Dann ab ins Auto und nach Hause. War alles ganz schön aufregend. Für alle.

Sie kam zu Hause an, wurde durch alle Räume geführt. Schließlich sollte sie ja wissen, wo sie nun zu Hause ist, ne? Später habe ich dann von meiner Hundetrainerin Daniela Schramm (sehr zu empfehlen!) gelernt, dass dies nicht ganz so clever ist, denn der Hund hat somit das ganze Haus für sich annektiert. Alles Seins.

Zu spät.

Kurz und gut: Wir sind abends ohne Hund essen gefahren. Ins Okinii nach Düsseldorf (auch sehr zu empfehlen :)) An dem Abend bin ich, ohne es zu merken über eine rote Linksabbieger-Ampel gerauscht, 1 Monat Fahrverbot und wir hatten beide unsere Geldbörsen zu Hause vergessen, was wir erst gemerkt haben als wir schon im Parkhaus standen (seither habe ich immer Kleingeld im Auto). Sohni hat uns dann mit seiner EC-Karte aus der Patsche geholfen.

Und als wir wieder heimkamen, empfing uns Cindy schwanzwedelnd an der Tür. Das Gitter war auch für kurze Jack-Russell-Beine nicht hoch genug. Achso...

Nachts fand sie das eingepfercht sein auch doof. Und wenn das Drüberspringen nicht klappte, bellte sie halt. *Nerv*

Wie ging es aus?

Die alte Katze, Penny, um die wir uns die meisten Sorgen machten, weil sie mittlerweile blind war, bekam ein neues Zuhause. Sie hatte nun einen ganzen großen Kinderlaufstall für sich, mit Körbchen und Klöchen und das mitten im Esszimmer, mit Besuchsrecht all der anderen Katzen. Cindy lag im Wohnzimmer ohne Gitter und des Öfteren waren wir Zeuge wie sie die ein oder andere Katze probiert hat. Geschmeckt hat ihr Gott sei Dank keine, sodass sie sie immer wieder ausgespuckt hat. Nicht schön, aber zur Eingewöhnung gehört leider auch, dass jeder erst mal den anderen kennenlernen muss. So oder so. :-/

 

Die Katzis lernten einen Bogen um sie zu machen und Cindy merkte, dass wir nicht begeistert davon waren. Dafür haben wir wohl auch zu laut "NEIN!" gebrüllt. Sie lässt es bis heute nicht völlig sein. Hat sie schlechte Laune geht sie auf eine Katze los. Aber nicht mehr in der Intensität und eigentlich schon gebremst, weil sie genau weiß, dass sie es nicht soll.

Aber Terrier sind halt Terrier.

Die schlimmste Situation war, als ich meinte, ihr erklären zu müssen, dass alles nicht so schlimm ist. Das war wenige Tage nachdem sie bei uns eingezogen war.

Sie zeigte meinem Sohn Pascal immer die Zähne. Anfangs sagten wir, sie lächelt ihn an, aber nee, irgendwie nicht. Sie meinte es schon so. Da er aber doch mit ihr mittags gehen sollte, war das nun nicht hilfreich.

Ich kluge Hundemutti meinte, dann setzen wir uns nun neben sie und dann weiß sie schon dass er ihr nix tut. Einfach mal streicheln, dann lernt sie es bestimmt.

Die klügere Hundemutti von heute weiß, dass wir sie damit bedrängt haben und nicht auf ihre Warnungen eingegangen sind, sondern sie ignoriert haben.

Das Ende vom Lied: Sie schnappte Pascal in die Seite, erschrak über sich selbst, rannte los. Gizmo, unser roter Maine Coon Kater, der zu dem Zeitpunkt auch schon 14 Jahre alt war, meinte, er sei Supermann und beschloss seinen Kumpel Pascal zu rächen, indem der auf den Hund los ging. Ähem...

Das ließ sich der Hund natürlich nicht gefallen und griff den Kater an. Was für ein Tumult!

Nach aufregenden Sekunden mit Katzengekreisch, Hundegebell und Geknurre und brüllenden Menschen flüchtete ein schwer atmender Gizmo in den ersten Stock, dem Herzinfarkt nahe. Der Hund wurde auf seine Decke zitiert und Pascal hatte nun gar keinen Bock mehr auf ihn.

 

Erfolg auf ganzer Linie.

Das war das erste Mal, dass ich an eine Hundetrainerin gewandt habe. Diese Dame hatte allerdings eine Methode, die mir die Haare zu Berge stehen ließen. Näherte sich Pasccal dem Hund und zeigte dieser ihm die Zähne schleuderte sie ihm einen Schlüsselbund vor die Nase. HähSie war auch nur einmal bei uns. Ich brauchte anschließend Wochen, Cindy begreiflich zu machen, dass nichts Schlimmes passiert wenn ich mit ihr an der Leine unsere Haustüre aufschließen wollte und die Schlüssel aneinander klimperten oder, Gott bewahre!, womöglich einmal aus meiner Hand rutschten und zu Boden fielen!

Wenig später lernte ich Daniela kennen, die auf meiner Wellenlänge schwimmt, gute Tipps hat und so wie ich, partnerschaftlich mit dem Hund umgeht. Sie empfahl, dass Pascal viel mit Cindy unternimmt, seine Anwesenheit immer mit Leckerchen begleitet wird und sie so nach und nach zu ihm Vertrauen fassen kann. Das Geschirr, das sie zum Gassi-gehen trägt, habe ich ihr dann morgens schon angezogen sodass er nur noch die Leine einhaken musste. So musste er sie so wenig wie möglich bedrängen

Es hat lange gedauert, bis Cindy verstanden hat, dass Pascal ihr nichts tun wird. Ich habe die Theorie, dass sie von jungen Männern geärgert wurde und nun jeden Mann als potenzielle Gefahr sieht.

Fremde werden auch nach wie vor noch von ihr angegriffen, wenn diese sich zu ihr runterbeugen. Darauf müssen jeden Besuch hinweisen. Die meisten halten sich dran, sie zu ignorieren. Wer es nicht tut, weiß kurz darauf, warum wir es erbeten haben.

 

Aber Pascal und sie sind nun ein Team, das sich vertraut. Geschafft! :-)


Die ersten Bilder von Cindy.

Und eines vom Superkater Gizmo. Ihn mussten wir leider schon ziehen lassen.




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